Eingebranntes Fett am Boden des Ofens, braune Krusten an den Seitenwänden und verklebte Glasflächen: Die Reinigung des Backofens ist eine der unbeliebtesten Aufgaben im Haushalt. Wenn Fett und Speisereste bei hohen Temperaturen wiederholt erhitzt werden, verharzen sie und verbinden sich fest mit der Emaille-Schicht des Ofens.
Viele Leute greifen in ihrer Not zu chemischen Backofensprays aus dem Supermarkt. Diese Reiniger sind oft ziemlich aggressiv und enthalten Laugen und Tenside. Die Dämpfe, die dabei entstehen, können die Atemwege und die Haut reizen. Außerdem können chemische Rückstände in den Kuchen oder Aufläufen landen, die beim nächsten Backen entstehen, wenn man die Backreste nicht richtig entsorgt.
Es geht aber deutlich schonender, günstiger und absolut umweltfreundlich. Natron (auch Natriumhydrogencarbonat genannt) ist ein echtes Allround-Talent. Zusammen mit Wasser kriegt es selbst hartnäckige, eingebrannte Fettkrusten ohne Probleme in den Griff. In dieser ausführlichen Anleitung erfährst du, wie die Natron-Methode funktioniert, wie du die richtige Paste anrührst und worauf du bei der Anwendung achten musst.
Weißt du eigentlich, warum Natron gegen eingebranntes Fett wirkt?
Schau mal, Natron ist chemisch gesehen ein basisches Salz, also ein Alkali. Eingebrannte Fettrückstände und verkrustete Speisereste bestehen größtenteils aus organischen Fettsäuren.
Wenn du Natron mit Wasser vermischst und das auf verkrustetes Fett tust, passiert eine sanfte chemische Reaktion (Saponifikation bzw. Verseifung). Die Säuren im Fett werden neutralisiert, das verharzte Fett weicht auf und verliert seine Haftung auf den Innenwänden des Backofens.
Im Gegensatz zu Scheuermilch oder Stahlwolle hat Natron keine harten Schleifpartikel, die die kratzempfindliche Emaille-Schutzschicht des Backofens beschädigen könnten.
Was du für die Reinigung brauchst
Für die chemiefreie Backofenreinigung brauchst du nur Zutaten, die in fast jeder Küche zu finden sind:
-
Für die Zubereitung des Natron-Pulvers brauchst du etwa 3 bis 4 Esslöffel reines Natron. Das kannst du in Supermärkten oder Drogerien kaufen.
-
Zum Anrühren der Reinigungspaste brauchst du Wasser.
-
Wenn du willst, kannst du noch Essig oder Zitronensaft dazugeben. Das sorgt für einen zusätzlichen Reinigungseffekt, wenn du es beim Auswischen verwendest.
-
Du brauchst eine kleine Schüssel, einen Löffel, einen weichen Schwamm, ein Mikrofasertuch und Gummihandschuhe.
Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, um deinen Backofen mit Natron-Paste zu reinigen:
Schritt 1: Die Natron-Paste anrühren
Mische in einer kleinen Schüssel 3 bis 4 Esslöffel Natron-Pulver mit etwa 2 bis 3 Esslöffeln kaltem Wasser. Rühre die Mischung so lange um, bis eine geschmeidige, leicht zähflüssige Paste entsteht.
-
Wenn die Paste zu flüssig ist und leicht tropft, kannst du noch etwas Natron hinzufügen.
-
Wenn sie zu trocken und krümelig ist, kannst du nach und nach etwas Wasser hinzufügen.
Als Nächstes bereitest du den Backofen vor
Dafür nimmst du alle Backbleche, Gitterroste, Seitenschienen und Thermometer aus dem Ofenraum raus. So hast du freien Zugriff auf alle verkrusteten Innenflächen. Wenn du aus dem kalten Ofen losen Krümel rausfegst, dann am besten mit einem Handfeger oder einem Papiertuch.
Schritt 3: Die Paste gezielt auftragen
Verteile die Natron-Paste mit einem Löffel, einem Pinsel oder mit den Händen (Gummihandschuhe sind hier eine gute Idee) großzügig auf den eingebrannten Fettflecken am Boden, den Seitenwänden und der Innenseite der Glastür.
Wichtiger Sicherheitshinweis: Spare die Heizstäbe (Heizelemente) an der Ober- und Unterseite sowie die Lüftungsöffnungen des Umluftventilators konsequent aus. Die Paste solltest du nur auf emaillierten Flächen und der Glasfront verwenden.
Schritt 4: Nimm dir Zeit und warte ab (kein Stress, nur nicht schrubben)
Lass die Paste mindestens 3 bis 4 Stunden einwirken. Wenn du richtig fettige, alte Krusten hast, dann lass das Natron über Nacht einwirken, so 8 bis 12 Stunden. Während das Ganze trocknet, zieht das Natron das aufgeweichte Fett an und wird dabei oft leicht bräunlich.
Schritt 5: Der Essig-Effekt (wenn du magst)
Sprühe nach der Einwirkzeit etwas normalen Haushaltsessig oder Zitronensaft mit einer Sprühflasche auf die angetrocknete Natron-Paste. Es entsteht ein leichter, weißer Schaum. Wenn du Säure und Base verwendest, werden die restlichen Fettpartikel noch besser von der Oberfläche abgelöst.
Und dann wische die gelöste Paste und den Schmutz einfach mit einem feuchten Schwamm oder Lappen gründlich ab. Spüle den Schwamm zwischendurch mehrmals in kaltem, klarem Wasser aus. Zum Schluss wische noch mal mit einem sauberen Mikrofasertuch drüber, um alle Natronreste zu entfernen und den Backofen zu trocknen.
Säubere Backrost und Backblech gründlich
Fett brennt sich auch auf dem Gitterrost extrem fest ein. Das Rost lässt sich am besten separat reinigen:
-
Leg den Rost einfach auf ein altes Handtuch, damit du keine Kratzer in der Wanne bekommst.
-
Bestreue verkrustete Stellen einfach mit Natron und gieße heißes Wasser darüber, bis der Rost bedeckt ist.
-
Nach einer Stunde Einweichzeit kannst du das aufgeweichte Fett ganz easy mit einer Spülbürste oder einem Schwamm entfernen.
Ich habe eine Frage: Was ist besser – Natron oder Backpulver?
Backpulver enthält zwar auch Natron, aber zusätzlich noch ein Säuerungsmittel und Stärke als Trennmittel.
Im Notfall kannst du auch Backpulver verwenden, du brauchst dann aber mehrere Tütchen, um dieselbe Menge Wirkstoff zu erhalten. Reines Natronpulver ist viel günstiger, konzentrierter und bei eingebranntem Fett spürbar besser.
Häufige Fragen (FAQ)
-
Kann Natron Backofentüren zerkratzen?
Nein, das funktioniert nicht. Wenn du Natron mit Wasser zu einer Paste verrührst, lösen sich die feinen Kristalle an und bilden eine weiche Creme. Solange du keine Drahtschwämme oder Rasierklingen zum Schaben verwendest, bleibt die Glasscheibe vollkommen kratzerfrei.
-
Wie oft sollte man den Backofen mit Natron reinigen?
Das kommt drauf an, wie man es nutzt. Wenn du sie regelmäßig benutzt, solltest du sie alle zwei bis drei Monate gründlich entfetten. Wenn du den Ofen direkt nach dem Auskühlen mit einem feuchten Tuch abwischst, entstehen keine dicken Krusten.
Fazit
Wenn du eingebranntes Fett aus dem Backofen entfernen willst, brauchst du weder teure Spezialreiniger noch gesundheitsschädliche Chemikalien. Mit einfachem Natron und etwas Wasser kannst du eine Paste machen, die selbst hartnäckige Krusten schonend aufweicht. Wenn du dem Hausmittel etwas Zeit zum Einwirken gibst, kannst du dir das mühsame Schrubben sparen, die Umwelt schonen und einen hygienisch sauberen Ofen ohne chemische Gerüche bekommen.